Haubers Resort und das Imberghaus – Atmosphäre fotografieren
Im Haubers Resort ging es fotografisch um Ruhe und Weite. Große Fensterfronten, Blick in die Natur, reduziertes Interieur. Hier arbeitete ich viel mit statischen Kompositionen und ließ Räume wirken. Keine Überinszenierung, sondern ehrliche Bildsprache. Gute Reisefotos entstehen oft dann, wenn man bewusst weniger macht.
Ganz anders war das Imberghaus mit seinem alten Kachelofen. Dunkles Holz, jahrzehntelang gelebte Wände, warmes Ofenlicht – eine Traumkulisse. Und hier passierte unsere zweite Anekdote: Während ich den Ofen fotografierte, begann draußen plötzlich ein leichter Schneefall. Petra öffnete die Tür, damit etwas kühle Luft hereinkam und der Kontrast zwischen Wärme innen und Winter draußen sichtbar wurde. Genau in diesem Moment trat eine ältere Wirtin ins Bild, stellte eine Tasse auf den Tisch und lächelte. Kein gestellter Moment – aber ein perfektes Motiv. Solche Situationen sind pures Geschenk für Reisefotos.
Fünf Tage Produktion – Teamarbeit und Blick für Details
Über fünf Tage hinweg entstanden Reportagebilder, Porträts und Interieurszenen. Für mich liegt die Stärke solcher Produktionen im Wechselspiel zwischen Planung und Intuition. Natürlich gibt es Abläufe und Motive, die gesetzt sind. Aber die besten Reisefotos entstehen in Zwischenmomenten: beim Warten, beim Gespräch, beim zufälligen Lichtwechsel.
Petra übernahm viel Organisation vor Ort, sprach mit Menschen, hielt Abläufe zusammen – dadurch hatte ich den Kopf frei für Bildgestaltung. Gerade bei einer Reiseproduktion ist dieses Vertrauen entscheidend. Am Ende spiegeln die Bilder nicht nur Orte wie Oberstaufen oder Gailenberg wider, sondern auch das Gefühl, unterwegs gewesen zu sein.
Diese Serie zeigt für mich, wie stark Fotografie Regionen erlebbar machen kann. Das Allgäu war nicht nur Kulisse, sondern aktiver Teil jeder Aufnahme. Und genau deshalb gehören diese Aufnahmen zu meinen liebsten Reisefotos der letzten Jahre.