
Porträt Fotografie in Bochum
Als ich diese Geschichte in der Corona-Zeit fotografierte, war vieles still geworden. Straßen leer, Begegnungen reduziert, Unsicherheit allgegenwärtig. Doch inmitten dieser Ruhe entstand eine besondere Nähe – zur Natur, zu den Menschen und zu den Geschichten hinter kreativen Arbeiten. Die Künstlerin Daniela Landwehr in ihrem Zuhause und Atelier zu begleiten, war für mich weit mehr als eine klassische Porträt Fotografie. Es war eine Begegnung mit Leidenschaft, Geduld und einem tiefen Vertrauen in die eigene Kreativität.
Kreativität in der Stille der Pandemie
Die Pandemie hat viele Menschen ausgebremst – und zugleich neue Räume geschaffen. Während Termine abgesagt wurden und soziale Kontakte auf ein Minimum schrumpften, gewann das eigene Zuhause eine neue Bedeutung. Genau hier setzte meine fotografische Arbeit an. Ich wollte nicht nur dokumentieren, sondern sichtbar machen, wie aus einer unsicheren Zeit etwas Neues entsteht.
Daniela wagte während der Corona-Phase den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihre detailverliebten Tierillustrationen, die heimische Wildtiere wie Fuchs, Rotkehlchen oder Reh zeigen, spiegeln eine tiefe Naturverbundenheit wider. Für mich bestand die Herausforderung darin, diese Hingabe fotografisch einzufangen. Die Porträt Fotografie bedeutete hier nicht nur das Abbilden einer Person, sondern das Erzählen einer Geschichte: Wie fühlt es sich an, wenn aus einem Hobby eine Berufung wird? Wie zeigt sich Mut im Alltag?
Die Ruhe der Zeit spielte uns in die Karten. Kein Zeitdruck, keine Ablenkung – stattdessen konzentriertes Arbeiten. Ich konnte beobachten, wie Pinselstrich für Pinselstrich aus einer Skizze ein lebendiges Tier entstand. Diese Momente verlangten Geduld, Aufmerksamkeit und Respekt vor dem kreativen Prozess.
Zwischen Atelier und Natur: Authentische Bildmomente
Die Bildstrecke lebt vom Wechsel zwischen Nahaufnahmen und atmosphärischen Szenen. Detailaufnahmen der feinen Pinsel, Farbtuben und Bleistiftskizzen erzählen ebenso viel wie die warmen Wohnraumsituationen mit Kerzenlicht und handbemalten Weihnachtskugeln. Gerade in dieser Mischung entfaltet Porträt Fotografie ihre besondere Kraft: Sie verbindet Mensch, Werk und Umgebung zu einer visuellen Einheit.
Besonders eindrücklich war für mich der Moment, als Daniela von ihrer Begegnung mit einer Füchsin erzählte. Während sie im Garten an einem Fuchsporträt arbeitete, tauchte plötzlich ein echtes Tier auf und blickte ihr direkt in die Augen. Diese Geschichte floss in meine fotografische Herangehensweise ein. Ich wollte Bilder schaffen, die genau dieses Staunen transportieren – dieses Innehalten zwischen Mensch und Natur.
Auch kleine Details bekamen Raum: die Lupenbrille, mit der sie feinste Strukturen malt, die ruhige Hand beim Setzen eines Lichtreflexes im Tierauge oder die konzentrierte Körperhaltung über dem Blatt Papier. In solchen Augenblicken wird Porträt Fotografie zu einer stillen Beobachtung. Sie drängt sich nicht auf, sondern begleitet.
Porträt Fotografie als visuelles Storytelling
Für mich war diese Reportage ein Beispiel dafür, wie stark Porträt Fotografie im redaktionellen Kontext wirken kann. Es ging nicht um Inszenierung im klassischen Sinne, sondern um Authentizität. Die Bilder sollten die Atmosphäre der Pandemiezeit widerspiegeln – entschleunigt, reduziert, ehrlich.
Licht spielte dabei eine entscheidende Rolle. Ich arbeitete überwiegend mit natürlichem Fensterlicht, um die weichen Strukturen der Illustrationen und die warmen Farbtöne im Wohnraum zu betonen. Gerade bei kreativen Prozessen wirkt künstliches Licht oft störend. Natürlichkeit unterstützt die Glaubwürdigkeit – ein zentraler Aspekt jeder gelungenen Porträt Fotografie.
Gleichzeitig war es mir wichtig, Daniela nicht nur bei der Arbeit zu zeigen, sondern auch als Person. Ihre enge Verbindung zur Natur, ihre Begeisterung für heimische Tiere und ihr Mut zur Veränderung sollten spürbar werden. Deshalb entstanden Bilder, die sie nachdenklich am Fenster zeigen, vertieft in Skizzen oder lächelnd zwischen ihren fertigen Werken.
Diese Kombination aus dokumentarischer Nähe und ästhetischem Anspruch macht für mich den Kern moderner Porträt Fotografie aus. Sie darf emotional sein, ohne kitschig zu wirken. Sie darf ruhig sein, ohne langweilig zu erscheinen.
Mut, Selbstständigkeit und neue Perspektiven
Rückblickend steht diese fotografische Arbeit für mehr als eine Magazinveröffentlichung. Sie symbolisiert einen Wendepunkt – für die porträtierte Künstlerin ebenso wie für viele Kreative in dieser Zeit. Die Pandemie zwang uns, Gewohntes zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.
Genau das wollte ich sichtbar machen: den Moment zwischen Unsicherheit und Aufbruch. Wenn Daniela mit haarfeinem Pinsel ein Rotkehlchen vollendet oder eine Holzscheibe für den Weihnachtsbaum bemalt, steckt darin nicht nur handwerkliches Können, sondern auch Entschlossenheit. Diese Energie fotografisch zu transportieren, war mein zentrales Anliegen.
Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie bedeutend kreative Arbeit sein kann. Sie schenkt Trost, schafft Identität und verbindet Menschen – selbst auf Distanz. Für mich hat dieses Projekt einmal mehr bestätigt, dass Porträt Fotografie weit über das reine Abbild hinausgeht. Sie ist Begegnung, Vertrauen und gemeinsame Zeit.
Heute, mit etwas Abstand, sehe ich diese Bilder als visuelles Tagebuch einer besonderen Phase. Sie erzählen von Stille und Konzentration, von Naturverbundenheit und dem Mut zur Selbstständigkeit. Und sie erinnern mich daran, dass starke Geschichten oft genau dort entstehen, wo das Außen leiser wird und das Innere lauter.


