
Fotoreise an die schöne Mosel
Im Herbst 2024 führte mich eine besondere Fotoreise an die Mosel. Für mehrere Lifestyle Magazine war ich unterwegs, um ein stimmungsvolles Porträt über Wein, Landschaft und Menschen zu realisieren. Die Mosel zeigte sich in diesen Tagen von ihrer eindrucksvollsten Seite: goldene Weinberge, kühle Morgennebel über dem Fluss und ein Licht, das wie geschaffen ist für atmosphärische Aufnahmen. Diese Fotoreise war weit mehr als ein redaktioneller Auftrag – sie wurde zu einer intensiven Begegnung mit einer Region, die Genuss, Handwerk und Tradition auf einzigartige Weise verbindet.
Herbstliches Porträt an der Mosel – Unterwegs zwischen Weinbergen und Winzern
Der Herbst ist fotografisch eine der spannendsten Jahreszeiten. Gerade an der Mosel entstehen dann Bilder mit Tiefe, Struktur und Emotion. Mein Ziel war es, nicht nur klassische Landschaftsaufnahmen zu machen, sondern ein authentisches Porträt der Region zu erzählen – über Menschen, Orte und kulinarische Kultur.
Ein erster Halt war das renommierte Weingut van Volxem in Wiltingen. Zwischen historischen Mauern und steilen Schieferlagen entstanden Bilder, die die Verbindung von Tradition und Moderne widerspiegeln. Das klare, reduzierte Design des Weinguts traf auf die warmen Farben der Reben – ein Kontrast, der sich hervorragend für ein hochwertiges Lifestyle-Porträt eignete.
Weiter ging es zum Weingut Longen-Schlöder in Longuich. Hier stand das Handwerk im Vordergrund. Ich fotografierte in den Weinbergen, im Keller und bei einer Verkostungsszene im sanften Abendlicht. Besonders wichtig war mir, die Ruhe und Konzentration einzufangen, die während der Lesezeit spürbar ist. Diese Fotoreise lebte von genau diesen Momenten: ehrliche Arbeit, echte Begegnungen und das Gefühl, Teil eines besonderen Prozesses zu sein.
Kulinarische Highlights zwischen Trittenheim, Ediger-Eller und Senhals
Neben den Weingütern standen auch gastronomische Stationen auf dem Programm. Im Tafelhaus Oos in Trittenheim durfte ich eine eindrucksvolle Küchenreportage fotografieren. Die Teller waren kleine Kunstwerke – filigran angerichtet, mit regionalen Zutaten und perfekt abgestimmt auf die Moselweine. Hier entstanden Detailaufnahmen, die Texturen, Farben und Atmosphäre in Szene setzen. Für die Magazine war genau diese Kombination aus Porträt und Kulinarik entscheidend.
In der Weinwirtschaft Springiersbacher Hof traf ich auf eine warme, herzliche Stimmung. Kerzenlicht, Holz und Weinregale bildeten den perfekten Rahmen für authentische Innenaufnahmen. Ich arbeite bei solchen Reportagen bewusst mit vorhandenem Licht, um die Natürlichkeit des Ortes zu bewahren. Gerade in der Herbstsaison erzeugt das weiche Licht eine intime Atmosphäre – ideal für eine erzählerische Bildstrecke.
Ein weiteres Highlight war mein Besuch in Ediger-Eller bei den Senhalser Höfen in Senhals. Die kleinen Gassen, die Fachwerkhäuser und der Blick auf die Moselschleifen lieferten eine fast filmische Kulisse. Hier ging es weniger um Inszenierung, sondern um das Einfangen von Stimmungen. Diese Fotoreise war geprägt von spontanen Situationen: ein Winzer im Gespräch, ein Glas Riesling im Gegenlicht, ein gedeckter Tisch am Fenster mit Blick auf die Weinberge.
Auch der Pfirsichhof Bremm Gerhards in Neef gehörte zu meinen Stationen. Zwischen Obstplantagen und Weinreben entstand eine ganz eigene Bildwelt. Die Kombination aus regionaler Landwirtschaft, Interior Design und Weinkultur zeigte eine Facette der Mosel, die oft unterschätzt wird. Genau diese Vielfalt wollte ich sichtbar machen.
Persönliche Momente und fotografische Begegnungen auf meiner Fotoreise 2024
Was diese Fotoreise 2024 für mich besonders machte, war eine kleine, unerwartete Begegnung. An einem frühen Morgen stand ich oberhalb der Mosel, um den Nebel über dem Fluss zu fotografieren. Die Sonne kämpfte sich langsam durch die Wolken, und das Licht tauchte die Weinberge in ein warmes Gold. Während ich mein Stativ ausrichtete, sprach mich ein älterer Winzer an, der gerade auf dem Weg zu seinen Reben war.
Wir kamen ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er seit über vierzig Jahren jeden Herbst hier oben steht und „nach dem Licht schaut“, wie er es nannte. Für ihn sei der Moment kurz vor Sonnenaufgang der wichtigste des Tages – nicht nur für den Wein, sondern auch für die Seele. Dieser Satz blieb mir im Kopf.
Ich bat ihn, kurz stehen zu bleiben. Ohne große Inszenierung entstand ein Porträt im Gegenlicht: sein Gesicht vom Morgenlicht gezeichnet, im Hintergrund die Moselschleife im Nebel. Dieses Bild wurde später eines der zentralen Motive der Strecke. Es war kein geplanter Termin, kein offizielles Shooting – sondern ein authentischer Moment, der diese Fotoreise geprägt hat.
Für mich als Fotograf liegt genau darin der Reiz solcher Reportagen. Eine Fotoreise bedeutet nicht nur Ortswechsel, sondern Perspektivwechsel. Man taucht in andere Lebensrhythmen ein, beobachtet genauer und hört intensiver zu. Die Mosel hat mir 2024 erneut gezeigt, wie eng Landschaft, Genuss und Identität miteinander verwoben sind.
Kulinarisch war die Reise ein Genuss auf ganzer Linie. Rieslinge mit mineralischer Tiefe, saisonale Gerichte mit regionalem Charakter und Gastgeber, die ihre Leidenschaft spürbar leben. Doch am Ende waren es nicht nur die Aromen, sondern die Geschichten hinter den Menschen, die meine Arbeit getragen haben.
Diese Fotoreise an die Mosel war ein Zusammenspiel aus Licht, Landschaft und Begegnung. Für die Lifestyle Magazine entstand eine vielschichtige Bildstrecke, die Wein nicht nur als Produkt, sondern als Lebensgefühl zeigt. Und für mich persönlich bleibt sie als intensive, inspirierende Zeit in Erinnerung – als Reise, die gezeigt hat, dass die schönsten Porträts dort entstehen, wo Vertrauen, Zeit und echtes Interesse zusammenkommen.














