
Medizinische Fotografie in Südafrika – Authentische Imagekampagne für Hollister
Für die Firma Hollister war ich im Winter gemeinsam mit meinem Kollegen Jürgen Naber in Südafrika unterwegs. Während in Deutschland grauer Himmel und kalte Temperaturen dominierten, erwarteten uns in Kapstadt Sonne, Weite und eine beeindruckende Naturkulisse. Der Auftrag war klar definiert: Wir sollten starke, positive Bildwelten für ein internationales Projekt realisieren – medizinische Fotos, die Menschen mit einem Stoma selbstbewusst, aktiv und lebensfroh zeigen.
Hollister Incorporated entwickelt und produziert hochwertige Stomaprodukte für inkontinente oder gelähmte Menschen. Dabei steht nicht nur die Funktionalität der Produkte im Mittelpunkt, sondern vor allem die Lebensqualität der Anwenderinnen und Anwender. Genau dieses Lebensgefühl wollten wir fotografisch transportieren. Es ging nicht um klinische Situationen oder sterile Umgebungen – sondern um Freiheit, Bewegung und Selbstverständlichkeit im Alltag.
Ein besonderes Anliegen von Hollister ist die Echtheit der Motive. Keine gestellten Situationen mit „gespielten“ Betroffenen, sondern authentische Persönlichkeiten mit realem Hintergrund. Für das Shooting wurde daher ein internationales Model aus England eingeflogen, das tatsächlich ein Stoma trägt. Diese Entscheidung verleiht den medizinische Fotos eine Tiefe und Glaubwürdigkeit, die man nicht inszenieren kann. Als Fotograf schätze ich diese Haltung sehr – denn echte Geschichten erzählen sich immer stärker als konstruierte Bilder.
Shooting am Tafelberg – Kraft, Weite und Selbstbewusstsein
Unsere erste große Location war der weltberühmte Tafelberg. Schon beim Aufstieg wurde klar, dass dieser Ort mehr ist als nur eine Kulisse. Die Weite über Kapstadt, das Licht des südafrikanischen Sommers und die kraftvolle Landschaft verliehen den Aufnahmen eine enorme Präsenz.
Hier wollten wir das Thema Aktivität und Selbstbestimmung visuell umsetzen. Das Model bewegte sich frei in der Natur, stand selbstbewusst am Rand des Plateaus, spürte den Wind und die Sonne. Unsere Aufgabe war es, diese Momente so einzufangen, dass sie natürlich wirken – nicht überinszeniert, sondern authentisch. Genau hier entstehen medizinische Fotos, die Mut machen.
Die Herausforderung bestand darin, das Stoma nicht zu verstecken, aber auch nicht plakativ in den Vordergrund zu rücken. Es sollte Teil des Lebens sein – selbstverständlich, integriert, kein Tabuthema. Durch gezielte Perspektiven, natürliches Licht und eine ruhige Bildsprache gelang es uns, eine Balance zwischen Sensibilität und Stärke zu schaffen.
Als Fotograf ist es mir besonders wichtig, dass sich Menschen vor der Kamera sicher fühlen. Bei diesem Projekt spielte Vertrauen eine zentrale Rolle. Das Model wusste, warum diese Bilder entstehen: um anderen Betroffenen zu zeigen, dass ein aktives Leben möglich ist. Dieses Bewusstsein spiegelt sich in jedem einzelnen Bild wider. Genau dadurch erhalten medizinische Fotos eine emotionale Tiefe, die weit über das reine Produkt hinausgeht.
Natur, Hängebrücke und Sundowner – Medizinische Fotografie mit Lebensgefühl
Ein weiteres Highlight war das Shooting in den berühmten Kirstenbosch National Botanical Garden. Besonders die Hängebrücke „Boomslang“ bot eine spektakuläre Perspektive zwischen Baumwipfeln und Bergen. Die geschwungene Konstruktion symbolisierte für uns Bewegung, Leichtigkeit und Überwindung von Grenzen – eine perfekte Metapher für Menschen mit Stoma, die ihren Alltag aktiv gestalten.
Hier entstanden dynamische Sequenzen: Gehen, Lachen, Interaktion mit der Umgebung. Wir arbeiteten viel mit natürlichem Licht, langen Linien und offenen Bildkompositionen. Die Kombination aus moderner Architektur und üppiger Natur verlieh den Aufnahmen eine internationale, zeitlose Ästhetik. Wieder stand im Mittelpunkt, medizinische Fotos zu schaffen, die nicht nach klassischer Gesundheitskommunikation aussehen, sondern nach hochwertiger Werbefotografie.
Neben der professionellen Arbeit blieb auch Zeit, das Land zu genießen. Südafrika hat eine ganz besondere Energie – besonders in den Abendstunden. Nach intensiven Shootingtagen saßen wir gemeinsam bei Sundownern, blickten auf das Meer oder die Berge und ließen die Erlebnisse Revue passieren. Diese Momente stärken nicht nur das Team, sondern fließen oft indirekt in die Arbeit ein. Wer die Atmosphäre eines Ortes spürt, fotografiert anders.
Für mich persönlich war dieses Projekt mehr als ein reiner Job. Es zeigt, wie kraftvoll medizinische Fotos sein können, wenn sie mit Respekt, Authentizität und ästhetischem Anspruch umgesetzt werden. Statt Defizite zu zeigen, erzählen die Bilder von Möglichkeiten. Statt Einschränkungen stehen Selbstbewusstsein und Aktivität im Fokus.
Gerade im medizinischen Bereich ist die Bildsprache entscheidend. Zu oft werden Themen wie Inkontinenz oder Stoma tabuisiert oder in einem rein funktionalen Kontext dargestellt. Doch Menschen sind mehr als ihre Diagnose. Sie reisen, wandern, lachen, arbeiten – sie leben. Genau dieses Lebensgefühl wollten wir transportieren.
Die Zusammenarbeit mit Hollister war dabei geprägt von Professionalität und einem klaren Werteverständnis. Echtheit, Würde und Qualität standen immer an erster Stelle. Dass ein Unternehmen konsequent auf reale Betroffene setzt, verleiht den medizinische Fotos eine besondere Glaubwürdigkeit.
Rückblickend war die Reise nach Südafrika nicht nur klimatisch ein Kontrast zum deutschen Winter, sondern auch inhaltlich ein starkes Statement. Bilder können Haltung zeigen. Sie können Perspektiven verändern. Und sie können Menschen ermutigen.
Wenn medizinische Fotos es schaffen, Berührungsängste abzubauen und gleichzeitig ästhetisch anspruchsvoll zu sein, dann entsteht eine visuelle Sprache, die nachhaltig wirkt. Genau das war unser Ziel – und Südafrika bot dafür die perfekte Bühne. Medizinische Fotografie | Manfred Daams


