
Interview mit Manfred Daams für Rheinexklusiv
Manfred Daams hat seinen Traumberuf gefunden: Fotograf. Der Kölner ist für große Agenturen, Verlage und Unternehmen in der ganzen Welt unterwegs. Gerade kommt er von einem Auftrag aus Südafrika zurück. Bevor er weiter nach Rügen reist, haben wir ihn getroffen und mit ihm über die Arbeit, seinen Hang zur Nostalgie und seine Lust an Bildinszenierungen gesprochen.
Wir haben uns mit Manfred Daams in der Redaktion verabredet. Er ist auf die Minute pünktlich, kommt aber hereingestürmt, als ob er sich fürchterlich verspätet hätte. Braun gebrannt, schwarzes Hemd, graue Jeans, Turnschuhe, die Haare leicht zerzaust, blaue Augen. „Manfred“, stellt er sich vor und trinkt gerne einen Kaffee. „Nur mit Milch bitte.“ Auf seinem Laptop hat er eine Auswahl Bilder mitgebracht – Inszenierungen, Bilder, mit denen er Geschichten erzählt. Eine blonde Frau sitzt mit einer Heckenschere in den Haaren auf einer Kommode. Ein junges Paar ist in dem leeren, kurz vor dem Umbau befindlichen Büro von Hans Gerling fotografiert worden. Die Frau sitzt mit einem Fernglas in der Hand auf einer Leiter. Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass es sich um echte Menschen handelt. Dem Betrachter können die Bilder einfach nur gefallen – alternativ auch nicht – oder aber: Er sucht in den Fotografien nach eigenen Geschichten. Interpretationsspielraum bieten die Bilder jede Menge – und viel Platz für die eigene Phantasie.
Wo hast du deine Ausbildung absolviert?
Nirgendwo. Ich bin ein reiner Autodidakt. Ich habe ursprünglich auf Lehramt studiert: Biologie und Chemie. Das hat Spaß gemacht, aber ich konnte mir nicht vorstellen, vor einer Schulklasse zu stehen. Ich habe während meines Studiums mit der Fotografie begonnen. Nach meinem Examen bin ich statt ins Referendariat kellnern gegangen. So habe ich Geld verdient, parallel dazu mein Geschäft gemeinsam mit einem Studienkollegen als Fotograf aufgebaut, das wir bis heute gemeinsam betreiben.
Wie kommt man zu Kunden wie zum Beispiel den Burda-Verlag, Microsoft und auch T-Mobile?
Das hat sich entwickelt und es war auch viel Glück dabei. Ich habe zu einem Zeitpunkt angefangen, an dem auf digital umgestellt wurde. Auf einmal gab es Google, das die meisten Fotografen anfangs nicht als Präsentationsplattform genutzt haben. Glück für mich und meinen Kollegen, denn ich setzte es zu Marketingzwecken ein. Sobald man Fotograf und Köln eingegeben hat, stand unser Name ganz oben im Ranking. Firmen, die mit Google arbeiteten, landeten also oftmals bei mir. Drei Wochen, nachdem ich meine Homepage aufgesetzt hatte, rief die Deutsche Telekom bei mir an. Von da ab lief es.
Wo muss man dich als Fotograf einordnen?
Ich mache einen Mix aus Werbe- Porträt- , Industrie-, Business und Lifestyle-Fotografie. Das ist aber nur eine Seite. Außerdem inszeniere und compose ich Bilder.

