
Unterwegs für „Mein schönes Land“ – Eine besondere erste Reise
Als ich meinen ersten Auftrag für die Zeitschrift „Mein schönes Land“ aus dem Burda Verlag bekam, war die Freude riesig – und die Aufregung mindestens genauso groß. Meine erste Produktion als Reisefotograf für dieses renommierte Magazin führte mich nach Frankreich, genauer gesagt nach Lothringen. An meiner Seite war die Journalistin Petra Kroll, die für den Burda Verlag schreibt und mit ihrer Erfahrung und ihrem Gespür für Geschichten eine wunderbare Reisebegleiterin war.
Fünf Tage lang waren wir unterwegs, um alles rund um die Mirabelle festzuhalten – diese kleine, goldgelbe Frucht, die in Lothringen nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell eine große Rolle spielt. Für mich als Reisefotograf bedeutete das, weit mehr als nur Obst zu fotografieren. Es ging darum, Stimmungen einzufangen, Menschen zu porträtieren, Landschaften wirken zu lassen und eine ganze Region visuell erlebbar zu machen.
Mirabellen, Menschen und Momente
Die Mirabelle stand im Mittelpunkt unserer Reise. Ich fotografierte Obstbauern bei der Ernte, Hände voller Früchte, Körbe, die im warmen Licht der Spätsommersonne leuchteten, und kleine Manufakturen, in denen aus den Mirabellen Marmeladen, Törtchen und edle Brände entstanden. Als Reisefotograf suche ich immer nach Details, die Geschichten erzählen: der Dampf über einem frisch gekochten Topf, das Lächeln einer Bäckerin, die gerade eine Mirabellentarte aus dem Ofen holt, oder das Licht, das durch ein altes Küchenfenster fällt.
Doch unsere Reportage ging weit über die Frucht hinaus. Wir besuchten charmante Hotels mit liebevoll gestalteten Zimmern, fotografierten Restaurants, in denen regionale Küche modern interpretiert wird, und begegneten vielen Menschen, die ihre Leidenschaft für ihre Heimat mit uns teilten. Porträts spielten eine große Rolle in meiner Arbeit vor Ort. Als Reisefotograf ist es mir wichtig, nicht nur Orte zu zeigen, sondern auch die Persönlichkeiten dahinter. Die Offenheit der Menschen in Lothringen machte es leicht, authentische und lebendige Bilder entstehen zu lassen.

Zwischen Anspruch und Aufregung bei der Reisefotografie
Trotz meiner Erfahrung war diese Reise etwas Besonderes. Es war mein erster Auftrag für „Mein schönes Land“, und entsprechend groß war der innere Druck. Ich fragte mich immer wieder, ob ich als Reisefotograf wirklich alle Facetten einfangen würde, die das Magazin sich wünscht. Habe ich genug Details fotografiert? Sind die Bilder vielfältig genug? Erzählen sie wirklich die Geschichte dieser Region?
Diese Anspannung begleitete mich durch die Tage, war aber gleichzeitig ein Motor. Ich arbeitete sehr bewusst, achtete auf Lichtstimmungen am frühen Morgen, auf atmosphärische Szenen am Abend und auf kleine, scheinbar unscheinbare Momente zwischendurch. Gerade diese Mischung macht für mich gute Reportagefotografie aus. Als Reisefotograf bewege ich mich ständig zwischen Planung und Intuition – vorbereitet sein und doch offen für das Unerwartete.
Am Ende der fünf Tage war ich erschöpft, aber glücklich. Ich hatte nicht nur eine wunderschöne Region kennengelernt, sondern auch gespürt, wie sehr mir diese Art der Arbeit liegt. Diese erste Reise für „Mein schönes Land“ hat mir gezeigt, wie erfüllend es ist, als Reisefotograf Geschichten in Bildern zu erzählen – über Landschaften, Kulinarik und vor allem über Menschen.
